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September 20, 2008

Literatur pur: Rund um die Burg

Eigentlich wollte ich heuer nicht hin. Aber meine Pläne änderten sich schlagartig, als mein liebstes Schwesterherz gestern Abend unvermutet ins Krankenhaus musste. Wir hatten für heute ein Seminar in der Südsteiermark geplant, das natürlich ins Wasser fiel, was im Anbetracht der Ereignisse das kleinste Problem war.

Nach einer ziemlich langen Nacht entschloss ich mich, heute wieder nach Wien zu fahren, was ich auch tat und zwar ausnahmsweise mit dem Zug. Meiner Schwester konnte ich ja soweit nicht weiter helfen…

Da stand ich dann also unschlüssig am Wiener Bahnhof und wusste nicht so recht, womit den Tag beginnen, bis es mir schlagartig kam: Heute lief ja noch „Rund um die Burg“, ein vierundzwanzig stündiges Literaturspektakel, das jeden Herbst in Wien stattfindet, seit 1992.

Darin lesen neue Autoren und das Who is Who der österreichischen Literaten nonstop aus ihren Werken.Es beginnt am späten Nachmittag und geht die ganze Nacht, eben bis zum nächsten späten Nachmittag.

Das letzte Viertel habe ich auch heuer davon ergattert und somit war der etwas triste Samstag auch gut gerettet.

Das erste Mal besuchte ich diese Veranstaltung 1995, in dem Jahr, in dem ich mein Studium der Germanistik an der Wiener Uni aufnahm. Beseelt waren wir damals davon und lauschten den Texten. Spätestens in der Nacht schwang das Zelt jedes Mal in einer ganz eigenen, flirrenden Energie, die ein Einschlafen unmöglich machte und die Zuhörer in einen tranceartigen Bann versetzte.

Während meiner Jahre in Spanien geriet „Rund um die Burg“ ein bisschen in meine persönliche Vergessenheit, heute war ich das erste Mal seit 2001 wieder dort.

Es war ganz schön und ich hab eine Menge Anregungen für meinen nächsten Lesestoff erhalten, aber ein bisschen war für mich auch der Geist dahinter geschwunden, auch wenn das Programm heuer wohl einer der hochkarätigsten überhaupt gewesen sein soll: http://www.kzwei.at/931.htm

Aber ich will nächstes Jahr auf jeden Fall wieder hin, da diese Veranstaltung Literatur erfahr- und spürbar macht, wie ich es sonst nur ganz selten erlebt habe.

Leider sind meine damaligen Kollegen, mit denen ich bewaffnet mit Decke, Sitzpolster und mehreren Flaschen Wein los zog, mittlerweile in alle Winde zerstreut. Aber heute, da hab ich wieder einmal an sie gedacht. Wo sie wohl alle sind?

Ich hab an euch gedacht!

© Published at 16:15 ( 0 comments / 94 visits )
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September 14, 2008

Erster Herbstspaziergang

Plötzlich, gestern: Kühler Morgen, warme, aber doch schon welkende Sonne. Der ins Land ziehende Herbst wollte begrüßt werden -wir raus in die Lobau!

Die Luft schon merklich dünner, klarer und schärfer und das weiche Herbstlicht warf seine erste Farbspiele auf die Landschaft. Dennoch haben wir den Sommer dieses Jahr ganz rituell verabschiedet. Mit einem letzten Bad an der Dechantlacke, die noch recht angenehm, wenngleich die Luft schon viel zu kalt zum Baden war. In den letzten Sonnenstrahlen opferten wir dem Sommer und dem Herbst, ließen uns trocknen und tauchten in die neue Jahreszeit.

Ein paar Fotos davon gibts im gleichnamigen Album...

Auf einen guten Herbst, eine gute Erntezeit!

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September 10, 2008

Meerweh...

... und tiefe, tiefe Sehnsucht.

Immerzu und überall - auch, wenn ich erst seit 10 Tagen wieder vom Meer weg bin. Es gibt da keine Sättigung, es hält einfach nicht an. Geestern. Die halbe Nacht wach gelegen und gesehnt.

Es ist so unheilbar und bohrend... als ob ein Teil von mir fehlte...es brennt im Herz...es ist meine allergrößte Liebe.

Muss dringend und ehebaldigst nächsten Aufenthalt am Meer planen. Und wieder: Nach Gran Canaria, es zieht so sehr. Hinaus aus Meer, hinunter in die Tiefe...
*flug suchen geh*

Meer

Wenn man ans Meer kommt
soll man zu schweigen beginnen
bei den letzten Grashalmen
soll man den Faden verlieren

und den Salzschaum
und das scharfe Zischen des Windes einatmen
und ausatmen
und wieder einatmen

Wenn man den Sand sägen hört
und das Schlurfen der kleinen Steine
in langen Wellen
soll man aufhören zu sollen
und nichts mehr wollen wollen
nur Meer

Nur Meer

(Erich Fried)

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September 9, 2008

Farewell...

Nach Alfred Ebenbauer im letzten Sommer, hat nun das Institut für Germanistik der Uni Wien am Sonntag Wendelin Schmidt-Dengler, einen weiteren großartigen Professor und unvergleichlichen Literaturwissenschaftler, ihren Institutsvorstand und Leiter des Literaturarchivs der Österreichischen Nationalbibliothek, verloren. Er hat für die österreichische Literatur und Literaturszene so viel mehr geleistet, als ein einziges Leben, das so früh endete, zu passen scheint.

Und wir, wir Studenten und ehemaligen Studenten, eine unglaublich faszinierenden und kompetenten Professor.So bald mich meine Liebe zu allem "Vor-Neuhochdeutschen" hinzog, so sehr haben mich doch seine Lehrveranstaltungen zur neueren Literaturwissenschaft stets in den Bann gezogen.

Geschimpft haben wir tagelang, weil das Lernpensum ständig über alle Maßen hoch war, aber gebracht hat es ungleich viel...

Und auch wenn ich nur eine seiner tausenden Studenten im Laufe der Jahrzehnte war - das betrifft ganz tief.

Hey, komm gut an, komm gut nach Haus...
Gute Reise.

© Published at 06:44 ( 1 comment / 47 visits )
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September 2nd, 2008

Prater neu

Heuer im Frühjahr bin ich im Rahmen eines Konzert durch Zufall im Prater gelandet und war erstaunt, wie nett der plötzlich wieder geworden war. Vor ein paar Jahren war er eigentlich nur mehr abgerissen und grindig und es gab wirklich keinen Grund, sich dorthin zu bemühen. Angenehm überrascht war ich, wie sehr sich sein Gesicht doch gewandelt hatte!

Heuer am letzten metereologischen Sommertag wieder dort gewesen und endlich wieder einmal auf ein Ringelspiel aufgestiegen.

Am schönsten ist der Prater natürlich im Frühjahr - und da sieht er mich bestimmt wieder.

Guten Winterschlaf, Ringelspiel...

© Published at 07:27 ( 0 comments / 49 visits )
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July 4, 2008

Stadtpicknick

 

Jetzt hab ich endlich das gemacht, wonach mir in den ganzen lauen Nächten dieses Sommers schon zumute war: Ein Stadtpicknick.
Damit meine ich kein Picknick in irgendeinem Park oder an der Donau, sondern mitten im Zentrum Wiens, an einem hübschen Platz, an einer schönen Statue oder am Fuße eines kühlen Brunnens.
Andre hockten für ein dickes Geld ins Lokal nebenan, während wir unser Lager auf einem kleinen Platz inmitten des Hofburg-Komplexes aufschlugen und uns im Kerzenschein an Sekt, Schinken, Melone und frischem Baguette labten. Und das sozusagen um den Einkaufspreis und das Stadtflair hat man trotzdem in seiner ganzen Fülle…
 
Begonnen hat meine Leidenschaft dafür erst letztes Jahr, als mich ein guter Freund vom Büro abholte und zum Essen einlud. Das widerrum trug er bereits in einem hübschen Korb mit sich und ich staunte nicht schlecht, als er mich zum Dinner auf einer Decke bei der Hofburg bat.
Seither hab ich immer wieder mal ein anderes Plätzchen ausprobiert und finde die Möglichkeit super, auch für wenig Geld und bei guter Qualität (was nicht so verständlich ist) im Zentrum Wiens pippifein zu speisen ;-).
 
Auch das ist für mich ein Stückchen Freiheit.
 
© Published at 13:51 ( 2 comments / 152 visits )
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June 16, 2008

Seedcamp - Kautzen 2008

Vergangenes Wochenende hat wieder das Seedcamp in Kautzen stattgefunden - dieses Mal unter dem Motto "Tree of Life".
Es war wie immer wunderschön und der Platz ist derart kraftvoll, dass er einfach von Mal zu Mal aufs Neue bezaubert und man immer wieder von seiner Schönheit und Mystik berauscht wird. Was gibt es Schöneres, als unterm waldviertlerischen Sternenzelt zu tanzen, auf den Beat reinzukippen, bis Beine und Herz zu fliegen beginnen...

Ich weiß noch sehr gut, als ich vor rund 10 Jahren das erste Mal dort war... und eigentlich hat sich kaum etwas geändert... der Platz lässt mich immer wieder ein bisschen in meine Vergangenheit schauen und weist doch einen Weg in die Zukunft...

Wir waren eine wunderbare Lagerrunde, einfach ganz viele ganz liebe Leuts und die Zeit mit Euch Allen war wirklich wunderschön!!!

Unsere LadyPurple und Hagazussa-TV-Macherin war übrigens auch mit ihrem Chai-Zelt dort vertreten: www.hagazussa.tv


Schade, dass ich heuer nicht die ganzen 5 Tage dort war, aber ein kurzer Besuch ist besser als gar keiner!
Bevor ich da mehr schreib, hier einfach mal der Link, da gibt es Fotos und einen Haufen Infos zum Festival und zum Platz, zu den Projekten dort und zur Familie Stein.
www.seedcamp.at

© Published at 14:29 ( 0 comments / 148 visits )
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June 3rd, 2008

Umzug der 16.

 Geschafft!

Aus meiner alten, schuhschachtelgroßen Bude, dem Wasserschloss, bin ich nun ausgezogen und bin dabei mich in meinem neuen Reich, dem Hörnchenhorst, einzurichten.
Ich hatte wirklich tolle Hilfe dabei, zumal der Umzug in einen dritten Stock ohne Lift und noch dazu Altbau natürlich ziemlich anstrengend ist. Alleine hätte ich das nicht geschafft!Umzugsroutine habe ich zwar schon große, schließlich bin ich die letzten 12 Jahre 16mal umgezogen, doch nichts desto trotz habe ich eine Riesenüberraschung mit „Umzugskartons“ erlebt, wo von 20 Stück 15 gerissen sind. Der betreffende Baumarkt hat mir gestern nach einem ordentlichen Aufstand meinerseits den Betrag gutgeschrieben, was natürlich meinen Unmut über die zusätzlichen Unannehmlichkeiten auch nicht wirklich schmälert.

Das Wasserschloss hat bei meinem Einzug diesen Namen erhalten, da es ganz oben, im letzten Stockwerk thront und einen wunderbaren Blick sowohl über Alte als auch über Neue Donau bot. Es befand sich gefühlterweise genau in der „Donaumöse“ und war mir eine wunderbare Bleibe in der turbulenten Zeit nach meiner Rückkehr nach Österreich.Belagert wurde es in luftigen Höhen von vielen recht zahmen Krähen, in Erdnähe von frechen Enten und noch frecheren Schwänen, die zwischen Autos rumwatschelten. Zu klein wurde es dann doch, und für mich als Eichhörnchen und Elster bot es einfach nicht mehr genug Platz, um meine Schätze und Nüsschen zu bunkern und zu sammeln. Und als Zugvogelseele brauche ich natürlich meine regelmäßigen Umzüge ;-)

Sofort verliebt hab ich mich zu Beginn diesen Jahres in einen schönen Altbau, nur wenige Schritte vom Wasserschloss entfernt und nach wie vor im wunderschönen Wiener Viertel Kaisermühlen.Letztes Stockwerk, wunderbarer Ausblick ins Grüne und vor allem hohe Altbauräume – und mehr Platz!Krähen gibt’s da zwar keine mehr, aber dafür mehrere Stieglitze, die einen Wirbel schlagen, dass es wirklich zum Grinsen ist. Gesehen hab ich sie dort noch nicht, aber zum Überhören sind sie wirklich nicht.
Heißen will’s dort Hörnchenhorst, Hörnchenburg, Hörnchenheim oder Hörnchenreich – das weiß noch keiner so ganz genau, aber wichtig ist es wohl, dass sich mein inneres Eichhörnchen dort wohl fühlt – und das tut es!

Ein paar Bildchen vom Wahnsinn der letzten Tage finden sich im Album "Vom Wasserschloss in den Hörnchenhorst". 

Gut, dass es vorbei ist ;-)

 

© Published at 18:09 ( 2 comments / 146 visits )
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