Man hat mir beigebracht, dass man mit Büchern sorgsam umgehen soll. Man fasst sie nur mit sauberen Händen an, man malt nicht hinein, macht keine Eselsohren in die Ecken der Seiten und reißt schon gar keine Seiten heraus.
Wenn ich heute ein Buch sehe, das deutliche Nutzungsspuren zeigt wie Fettflecke, Unterstreichungen in allen Farben, fahrig mit der Hand oder akkurat mit dem Lineal gemacht, Notizen und Anmerkungen am Rand mit Bleistift oder - schlimmer - Kugelschreiber, Risse in den Seiten, notdürftig mit Klebestreifen geflickt, kommt mir das Buch vor wie ein Patient, der dringend Pflege braucht.
Doch jetzt auf der Buchmesse habe ich gesehen, dass ein Buch auch dadurch gewinnen kann, wenn man ihm mit Farbe, Applikationen der unterschiedlichsten Art, auch einem gezielten Schnitt und etwas Leim begegnet.
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| Altered Books |
Die Buchkünstlerin Friederun Friederichs aus Herrenberg hat dies mit ihren "altered books" gezeigt. Sie nimmt ein fadengeheftetes Buch und verändert es. Sie färbt Seiten ein, klebt Bilder hinein, malt Bilder darauf oder setzt Stempel hinein. Sie entfernt Seitenränder, um Spitze oder Borte anzukleben, setzt Glanzpunkte auf andere Seiten und um den Buchrücken nicht zu sprengen, entfernt sie auch mal Seiten.
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| Altered Books |
Auf diese Weise zaubert sie aus einer alten, ungeliebten "Schwarte" oder "Schmonzette" meines Erachtens wahre Kunstwerke. Man hält dann geradezu das bildhafte Gegenstück zu einer Gedichtsammlung in der Hand, bei dem jede Doppelseite auch für sich als Kunstwerk stehen kann.
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| Altered Books |
Mehr über sie und ein weiteres ihrer Projekte erfährt man über die Seite "ReadingWoman.org", für "altered books" empfehle ich, einmal eine Suchmaschine zu bemühen.
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Paul Schubert says:
de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Fer_fermatscher_Satz
Gegrapha replies:
Und: Natürlich sind bei einigen Büchern die Seiten mit extrabreitem Rand versehen worden, damit(!) man Notizen machen konnte.
Vielen Dank für diesen Hinweis!
azephaliapro says:
fettflecke gehen zwar nicht, aber geknickte und abgegriffene seiten zeigen, dass dieses buch mit-gelebt wurde. na und wer in buechern keine notizen und skizzen macht, ist mir sowieso suspekt :-)
aber danke fuer die hinweise, sowohl ueber die altered books als auch der hinweis mit fermat. ipernity bildet.
Gegrapha replies:
Mit der Zeit sieht man wohl bei jedem Buch Gebrauchsspuren. Mir fielen einmal aus ausgeliehenen Büchern Brötchenkrümel entgegen; der Ausleiher hatte darüber sein Frühstück eingenommen :-/
Ich möchte gerne meine Bücher in dem Zustand zurück bekommen, in dem ich sie verliehen habe.
Bei Büchern aus öffentlichen Bibliotheken ist m.E. der/dem nächsten Lesenden gegenüber unfein, Textpassagen zu markieren oder zu kommentieren. Vom Herausreissen der Seiten oder Herausschneiden von Bildern ganz zu schweigen.
azephaliapro replies:
aber als mir vor einiger zeit eine wohl etwas aengstliche person groß und breit erklaert hat woher ihre bibliotheksbuchphobie stammt und mir die unmoeglichsten dinge, die man mit buechern anstellen kann, erzaehlt hat, ist meine lust, seiten von ausgeliehenen buechern anzufassen, nur noch sehr gering :-)
wegen der notizen etc. kauf ich mir allerdings sowieso lieber die buecher selbst - ausserdem ist ein volles buecherregal in der wohnung gemuetlich.
Gegrapha replies:
Leider haben viele alte Bücher auch etwas, nämlich Milben und Pilzsporen; das sind zwei triftige Gründe, weshalb einige Menschen sich nur mit OP-Maske als Atemschutz und Einmalhandschuhen an die Lektüre machen. Was man so alles (Unappetitliche) mit Büchern machen kann, will ich wohl gar nicht so genau wissen.
Aber Du hast absolut Recht: Bücher gehören einfach in eine Wohnung. Da greift das arabische Sprichwort: Ein Haus ohne Bücher ist ein Ort ohne Seele. :-)
Pandarinepro says:
Interessante Infos da oben, danke!
Gegrapha replies:
Die Unsitte gibt es hier auch; jedoch scheint sie sich eher auf den privaten Bereich zu beschränken, weil die Bücher einem ja nicht selbst gehören und die Bibliothekar/inn/e/n schon recht deutlich werden können, wenn ihnen sowas unter die Finger kommt.
Was ich aus den Staaten auch noch gehört habe, ist, dass z.T. die schon gelesenen Seiten wie bei einem Abreisskalender einfach abgerissen und weggeworfen werden. Da schüttelt's mich.
Pandarinepro replies:
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Pandarinepro replies:
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Pandarinepro replies:
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Also: Ich mag Bücher heil und am Stück. Begründete Ausnahmen (siehe Blogeintrag) lasse ich schon mal zu.
Pandarinepro replies:
Gegrapha replies: